ProMotion #49: Künstliche Intelligenz

Veröffentlicht von Rosi Würtz am

Anlass für diesen Blogbeitrag ist die Bonn Sustainable AI Conference 2023. Ich folge dem Konferenzprogramm sporadisch, weil ich eigentlich mit der Fertigstellung meiner Dissertation beschäftigt bin. Die Konferenzinhalte sind jedoch so spannend, dass ich immer mal wieder mit einem Ohr herüberhöre und Ideen aufschnappe. Ach, mein hauseigener Prozessor im Kopf ist leider nicht so multitasking stark, wie ich es mir wünsche.

Hello World! Hello #AI World?

Das erste Buzz Word, dass ich während der Begrüßung aufschnappe, ist: UBUNTU! Und schon wandert meine komplette Aufmerksamkeit herüber zum Zoom-Stream. Schon im Jahr 2021 catche mich die Bonn Sustainbale AI Conference mit ihrer vielseitigen Aufstellung. Besonders die Kombination aus Kunst und Wissenschaft erregte damals mein Interesse. Und UBUNTU ist ebenso mit meiner persönlichen Lebenswelt verbunden mit Auswirkungen auf weltweite Prozesse.

Letztes Jahr statte ich meine Websites mit der Schriftart UBUNTU aus. Dieser Name wird auch mit einem kostenlos zugänglichen Betriebssystem assoziiert. Und schon sind wir bei den ethischen Dimensionen von Künstlicher Intelligenz und digitaler Gerechtigkeit. Was hier nach einem heftigen Hin- und Herspringen zwischen unterschiedlichsten Themenbereichen aussieht, ist mittlerweile Alltag. Lokal global denken und gleichzeitig global lokal denken. Und gleichzeitig: Lokal global handeln und global lokal machen.

„Important events leave a legacy“, so Prof. Dr. Caesar Atuire (University of Ghana, Ghana) in der ersten Keynote der Konferenz. Dieser Satz bringt mich zum Nachdenken: Was passiert ist, hinterlässt auch Spuren. Ein Beispiel hierfür ist die Coronapandemie. Wir werden nicht einfach in den präcoronären Zustand zurückkehren. Die berühmt berüchtigte Tabula Rasa existiert also nur in einer utopischen Ideenwelt. Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist: Wofür setzen wir Künstliche Intelligenzsysteme ein? Zwei Möglichkeiten:

  • Setzen wir AI ein, um bestehende, ungerechte Strukturen zu verfestigen? Oder:
  • Setzen wir AI ein, um die vielfältigen Probleme von Ungerechtigkeit zum Guten für möglichst alle Beteiligten menschlich zu lösen?

Weitere inspirierende Buzz Words tauchen während der oben genannten Keynote auf und rütteln an der anthropozentrischen Hybris:

  • Ethical Pluriversality im Gegensatz zu einer aufoktroyierten Universalität: Geteilte Ziele florieren in einem Umfeld von Multiperspektivität.
  • „Humans belog to the earth! And earth don’t belong to humans!“
  • ChatGPT stellt die Autorenschaft in Frage und: Jedes Wissen baut auf dem Wissen anderer Menschen auf und dies muss reflektiert werden. Stichwort: Data sharing!

Mir stellt sich folgende Frage: „How can we concretely become multipliers of the ideas of ethical pluriversality in a world that strives for universality?“

Kategorien: Wissenschaft

Rosi Würtz

Soziologin mit den Schwerpunkten Digitalisierung und Gesundheit, derzeit Promotion (Uni Bonn) über betriebliche Gesundheitskommunikation von Krankenhäusern in sozialen Medien, staatlich anerkannte Physiotherapeutin mit einem Faible für Paläontologie und Raumfahrt