ProMotion #62: Transparenz und Storytelling

Wie vereine ich die zwei Basisbausteine Transparenz und Storytelling in meiner Doktorarbeit? Wie kann die Darstellung meines chaotisch scheinenden Forschungsprozesses der letzten Jahre auf rund 200 Seiten Abschlussbericht gelingen ohne dabei die gewünschte Detailschärfe zu verlieren? Kein leichtes Unterfangen, aber mit textueller Leidensfähigkeit und Leidenschaft für präzise Textarbeit ist dies hoffentlich dennoch möglich. In diesem Blogbeitrag berichte ich über meine derzeitigen Herausforderungen und Fallschritte.
Chaos und Ordnung: Schreibprozess
Gefühlte 1000 Mal bin ich meine bisherigen Notizen und Tagebücher schon durchgegangen und fühle eine chaotische Hilflosigkeit in mir aufsteigen. Und dennoch ist eine Struktur zu erkennen, die ich derzeit möglichst genau in Worte fassen möchte. Die bisherigen Versuche scheiterten bisher immer wieder an meinem Frustpegel, weil mir derzeit die Sätze nicht so gelingen wollen, wie ich sie gerne hätte. Die Frustkugel immer weiterwachsen zu lassen, hilft jedoch auch nicht und als elendiger Sisyphus möchte ich auch nicht ewig ohne Ziel enden (ein Widerspruch in sich).
Study with me: Hilfswerkzeug auf YouTube
Auf YouTube existieren eine Fülle an „Study with me“-Videos. Ich nutze ein paar dieser YouTube-Kanäle, um mit Hilfe der Pomodoro -Technik konzentriert an meinem Text zu arbeiten. Im Lauf der letzten Jahre hat sich diese Form des Zeitmanagements bei mir als meist hilfreich herauskristallisiert. Und das tut mir wirklich gut!

Doodle what’s in my brain: Pausenaktivität
Einatmen und Ausatmen hilft immer
Während ich das Doodle da oben anfertige, erinnere ich mich an das Stressmanagement-Seminar von vor 7 Jahren. Oh nein, so lange hänge ich schon in diesem Promotionsprozess? Das darf doch wohl nicht wahr sein. Aber nein, nicht wieder in diese Abwärtsspirale der negativen Gedanken geraten. Heute geht es um Schreibarbeit, mit deren Hilfe ich dem großen Ziel näher komme. Und bewusstes Ein- und Ausatmen hilft, den Fokus wieder auf die hilfreichen Gedanken zu lenken. Puh, gerade noch so die Kurve gekriegt durch eine Visualisierung, die ich während des oben genannten Seminars angefertigt habe.

Zurück zu Transparenz und Storytelling
Gelegentlich erwischt mich eine alte Gewohnheit mit ihrer vollen Breitseite: die Schreibhemmung! So auch jetzt, wo das weiße Blatt nicht weißer sein kann und Blockade in meinem Kopf einen riesigen Aufstand macht. Also, tue ich selbiges und stehen erst einmal auf und mache ein paar Kniebeugen zur Aktivierung meines Körpers! Zurück auf den Drehstuhl, der momentan das Zentrum meines Daseins bildet. Nee, meine Gedanken fliegen leider immer noch so wild umher wie vorher, wenn nicht sogar noch schlimmer! Und was hilft da: Noch einmal aufstehen und zur Waschmaschine in den Keller gehen…
Es ist ja klar, dass es nicht nur beim Befüllen der Waschmaschine bleibt. Hier ruft mich der Saugroboter: „Entleeren des Schmutzwasserbehälters!“ Dort steht der Wäscheständer im Weg und blockiert den Putz-Highway meines elektronischen Hygienebeauftragten. Zack sind wieder 20 Minuten wie im Flug vorbei und ich habe kein einziges Wort auf das immer noch bleichweiße Papier gebracht. Auf ein Neues und eigentlich sollte es in diesem Abschnitt um Transparenz und Storytelling gehen. Grrrrrr!